Prof. Dr. Rolf Arnold, Technische Universität Kaiserslautern
Raum: HS 5
den Kompetenzen, über welche insbesondere die nachwachsende
Generation, aber auch Erwachsene verfügen sollten, um mit den
durch die Medien ausgelösten Wandlungen adäquat
umgehen zu können, zu beschreiben. Dabei untersucht der Vortrag drei Leitfragen:
Biographie und Kompetenz in der Moderne: Wie
verändern die Medien die Kompetenzanforderungen, über die der
Einzelne in Beruf, Lebens- und Medienwelt verfügen
muss, um seine Biographie erfolgreich zu gestalten?
Eines der Zentralprobleme unseres Bildungswesens
ist das Problem der frontalunterrichtlichen Lernkultur (Wissensmast).
Wir wissen heute, dass zentrale Schlüsselqualifikationen
und Kompetenzen gerade dann nicht entstehen, wenn die Lernenden
(Schüler, Erwachsene, Studenten) beim Lernen und der
Erschließung von Inhalten nicht selbstinitiativ,
aktiv und gestaltend tätig sein können bzw.
„dürfen“. Indem dies so bleibt,
„verstoßen“ wir lernkulturell ständig gegen die
Anforderungen, die das Lernen im Lebenslauf für den
Einzelnen bereit hält.
Biographische Gestaltungskompetenz: Wie können diese Gestaltungs- und Medienkompetenzen entwickelt werden?
Es könnte sein, dass die Konsequenzen, die
sich angesichts der neuen Medien ergeben, vornehmlich auch solche sind,
die mit diesen nichts zu tun haben. Zumindest gilt es den
Gedanken zuzulassen, dass bildungspolitisch und didaktisch gesehen
„Multimedia“ zwar ein relevantes Thema ist, aber gleichwohl
eines von posteriorer (nachgeordneter) Relevanz
ist (auch und gerade im Kontext von Globalisierung). Indem wir zu viel
von den Möglichkeiten des multimedialen Arrangements von
Lernangeboten erwarten, begeben wir uns in
Gefahr, die frontalunterrichtliche Wissensmast sozusagen virtuell zu
verdoppeln, statt sie zunächst in der realen Bildungspraxis zu
überwinden.
Erwachsenenbildung und E-Learning: Welche Folgerungen ergeben sich für die Erwachsenenbildungseinrichtungen und die in diesen tätigen Professionals?
Erst wenn wir uns drüber verständigt
haben, welche Ziele Bildung und insbesondere Erwachsenenbildung
verfolgen und welche didaktischen Vorkehrungen für die Entwicklung
einer umfassenden und wissenschaftsbasierten Handlungskompetenz in der
universitären Lernkultur geschaffen werden müssen, sind wir
auch in der Lage, die didaktische Relevanz
multimedialer Lernarrangements zu beurteilen und dabei auch – auf
der Basis empirischer Befunde - nüchtern zu beurteilen, ob es
eigentlich stimmt, dass multimediales Lernen – wie
oft behauptet wird – nicht nur eine komfortablere
Inhaltspräsentation, sondern auch ein selbsterschließendes
und auch nachhaltigeres Lernen ermöglicht.