Fernausbildungskongress 2007

Keynote

„E-Learning und nachhaltige Kompetenzentwicklung“

Prof. Dr. Rolf Arnold, Technische Universität Kaiserslautern

Termin:               Dienstag, 11. September 2007; 11.30-12:00 Uhr

Raum:                 HS 5

Ziel des Vortrages ist es, die Bedeutung der Neuen Medien in der sogenannten „Wissensgesellschaft“ zu untersuchen. Dabei wird es insbesondere darum gehen, die Frage nach
den Kompetenzen, über welche insbesondere die nachwachsende Generation, aber auch Erwachsene verfügen sollten, um mit den durch die Medien ausgelösten Wandlungen adäquat
umgehen zu können, zu beschreiben. Dabei untersucht der Vortrag drei Leitfragen:

Biographie und Kompetenz in der Moderne: Wie verändern die Medien die Kompetenzanforderungen, über die der Einzelne in Beruf, Lebens- und Medienwelt verfügen
muss, um seine Biographie erfolgreich zu gestalten?

Eines der Zentralprobleme unseres Bildungswesens ist das Problem der frontalunterrichtlichen Lernkultur (Wissensmast). Wir wissen heute, dass zentrale Schlüsselqualifikationen
und Kompetenzen gerade dann nicht entstehen, wenn die Lernenden (Schüler, Erwachsene, Studenten) beim Lernen und der Erschließung von Inhalten nicht selbstinitiativ,
aktiv und gestaltend tätig sein können bzw. „dürfen“. Indem dies so bleibt, „verstoßen“ wir lernkulturell ständig gegen die Anforderungen, die das Lernen im Lebenslauf für den
Einzelnen bereit hält.

Biographische Gestaltungskompetenz: Wie können diese Gestaltungs- und Medienkompetenzen entwickelt werden?

Es könnte sein, dass die Konsequenzen, die sich angesichts der neuen Medien ergeben, vornehmlich auch solche sind, die mit diesen nichts zu tun haben. Zumindest gilt es den
Gedanken zuzulassen, dass bildungspolitisch und didaktisch gesehen „Multimedia“ zwar ein relevantes Thema ist, aber gleichwohl eines von posteriorer (nachgeordneter) Relevanz
ist (auch und gerade im Kontext von Globalisierung). Indem wir zu viel von den Möglichkeiten des multimedialen Arrangements von Lernangeboten erwarten, begeben wir uns in
Gefahr, die frontalunterrichtliche Wissensmast sozusagen virtuell zu verdoppeln, statt sie zunächst in der realen Bildungspraxis zu überwinden.

Erwachsenenbildung und E-Learning: Welche Folgerungen ergeben sich für die Erwachsenenbildungseinrichtungen und die in diesen tätigen Professionals?

Erst wenn wir uns drüber verständigt haben, welche Ziele Bildung und insbesondere Erwachsenenbildung verfolgen und welche didaktischen Vorkehrungen für die Entwicklung
einer umfassenden und wissenschaftsbasierten Handlungskompetenz in der universitären Lernkultur geschaffen werden müssen, sind wir auch in der Lage, die didaktische Relevanz
multimedialer Lernarrangements zu beurteilen und dabei auch – auf der Basis empirischer Befunde - nüchtern zu beurteilen, ob es eigentlich stimmt, dass multimediales Lernen – wie
oft behauptet wird – nicht nur eine komfortablere Inhaltspräsentation, sondern auch ein selbsterschließendes und auch nachhaltigeres Lernen ermöglicht.

Stand dieser Seite: 04.08.2007 - 17:14:56 (Theobald Schneider) | Impressum |
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